Der Dezember wird im Japanischen als „師走 - Shiwasu“ bezeichnet. Das Schriftzeichen „師“ steht für Lehrer, Mentoren oder spirituelle Vorbilder, wie sie im Buddhismus oder Christentum vorkommen. Das Zeichen „走“ bedeutet „laufen“.
Warum heißt der Dezember Shiwasu? Es heißt, dass selbst jene, die normalerweise Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen – wie buddhistische Mönche – im Dezember so beschäftigt sind, dass sie wie eilig Herumlaufende wirken.
Ein Grund für die Hektik der Mönche am Jahresende ist das buddhistische Ritual Butsumyō-e, das traditionell Ende Dezember stattfindet. Während dieser Zeremonie werden die Namen von Buddhas und Bodhisattvas rezitiert, die Sünden des vergangenen Jahres bereut und um spirituelle sowie körperliche Reinigung gebetet.
Zwar können auch Laien an diesem Ritual teilnehmen, doch für diejenigen, die dies nicht selbst tun können, reisen Mönche von Tempel zu Tempel, um es stellvertretend für sie durchzuführen.
Darüber hinaus ehren viele Familien während des Neujahrsfestes ihre Vorfahren, was die geschäftigen Aktivitäten am Jahresende zusätzlich verstärkt. Dieser Brauch ist heutzutage einer der Hauptgründe für die besondere Betriebsamkeit in dieser Jahreszeit.
炬燵(こたつ Kotatsu):
Auch heute noch holen viele Haushalte in Japan ihren Kotatsu hervor, um sich in der kalten Jahreszeit warmzuhalten. Ein Kotatsu ist eine traditionelle Wärmequelle, die aus einem Gestell (bekannt als Kotatsu-Yagura oder Kotatsu-Tisch) besteht. Dieses wird auf dem Boden oder auf Tatami-Matten platziert, mit einer Heizquelle im Inneren und einer darüberliegenden Decke, die einen gemütlichen, lokal begrenzten warmen Raum schafft.
Die Geschichte des Kotatsu reicht etwa 600 Jahre zurück bis in die Muromachi-Periode. Damals nutzten die Menschen offene Feuerstellen, sogenannte irori, um sich zu wärmen. Der Kotatsu soll entstanden sein, als die Japaner begannen, ihre Kleidung über die Feuerstellen zu legen, um ihre Füße zu wärmen.
Genießen Sie die wohlige Wärme eines Kotatsu, während Sie durch den geschäftigen Dezember gehen!